manchmal, da scheint der zufall urlaub zu machen. oder puzzle mit den teilen meines lebens zu spielen. er scheint nach all dem mischen und probieren ein bild gefunden und zusammenzufügen.

ich suche dann nach falschen passungen. erst glaube ich nicht, dass keine relevanten da. suche weiter, finde nicht und beginne grenzen und offene flächen zu identifizieren; fülle sie mit ideen und plänen. erstaunt von der freiheit in den möglichkeiten entspanne ich. mein gesicht erinnert sich, dass lachen weniger muskeln bedarf als sorgen. sonne im bauch und im kopf trotz sommergrauem himmel.

dann aber ist urlaub zu ende oder in einer ecke tauchen vergessene puzzleteile auf.

 

herausforderung.

richtungswechsel.

klärung.

erdung.

 

interpretationsfreiraum.

meine nerven sind wie brüste beim wet t-shirt contest.

… und es geht doch!

nach wochen, monaten, tagen ohne fahrrad habe ich eine gruppe von verrückten gefunden, die regelmäßig radtouren machen und die mich mitgenommen haben.

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xinaliq ist ein kleiner ort im nordosten des landes, sein höchstgelegener. wir waren dort für ein wochenende.

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chai

2010/08/17

chai ist im zentrum der gastfreunschaft und geselligkeit. stark, schwach, mit kräutern oder einfach nur schwarz. serviert in gläsern auf tiefen untertellern. erst werden löffelweise zucker aufgelöst, so man die süße dort haben will, dann wird er in den unterteller gegossen zum abkühlen. entweder er kommt zurück ins glas oder wird direkt von dort getrunken. wahl- und üblicherweise nimmt man zuckerwürfel in den mund und trinkt den tee hindurch. pro glas braucht man 2 bis 4 davon. dazu gibt es schokolade, nüsse, trockenfrüchte oder marmelade. die marmelade hat mit unserer nichts zu tun. die früchte sind ganz, müssen knirschen beim zerkaufen und liegen in sirup. süß ist die marmelade sehr. ich habe sie schätzen gelernt. nimmt man den sirup zum süßen, schmeckt der tee ganz wunderbar.
zu hause hatte ich großen respekt vor tee, immer kreislaufaussetzer auls gefahr im hinterkopf. wenn jedoch eines unmöglich ist in diesem land, so ist es das verweigern von schwarzem tee. und siehe, mein kreislauf hat sich der kultur angepasst (im gegensatz zu meiner haut).
man trinkt ihn immer, unabhängig von ort, zeit und alter. am schnuller wird er säuglingen in den mund gesteckt, kleinkinder bekommen ihn schwach, alle anderen stark, zum frühstück, mittagessen, zwischendurch, vor dem schlafen gehen.
teehäuser sind den männern vorbehalten. als frau aus der fremde kann man sich einschleichen soweit man männliche begleitung hat. in teehäusern sitzen männer jeglichen alters zusammen beim nerd (eine form des backgammon) oder domino spielen und reden. vom morgen bis in die nacht hört man die würfel rollen.
in ganja sind die cayxanas überall. alles, was einmal kultureinrichtung war, ist nun teehaus: die philharmonie, das alte theater. man findet sie am fluss, im wald, mitten in den bergen und in der wüste. ist jemand gestorben, wird zu seinen ehren für 7 tage ein teehaus mitten auf der straße aufgestellt. der verkehr muss ausweichen oder umwege fahren.
ohne tee geht nichts.

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mitten in der stadt, am größten platz, kann man sie kaufen. mindestens 3 tage vorher muss man es tun, um einen platz zum tatsächlichen preis zu bekommen. spontan geht es auch, mit enormem zeitaufwand, kontakten, beharrungsvermügen und zu doppeltem preis. wir waren heute rechtzeitig dran heute, um unsere tickets für den nachtzug am freitag nach baku zu kaufen. der schalter befindet sich in einem recht großen raum, der an bahnhofshalle aus den 50ern erinnert. die wände sind mit holz verkleidet. es gibt 3 sitzbänke. in einer ecke ist die kabine, in der mit unglaublicher ruhe der bahnangestellte sitzt mit halbglatze, brille auf der nasenspitze vor einem flachbildschirm, neben ihm ein unablässig klingelndes aber scheinbar unbemerktes telefon. wir haben einen zettel mit erklärung unserer reise auf aserbaidschanisch dabei, die pässe und den ausweis unseres übersetzers, denn das braucht man, um mit dem zug fahren zu dürfen und abgezähltes geld. als wir ankommen ist ein mann am schalter. wir setzen uns und warten. lange. eine fahrkarte auszustellen dauert mindestens 5, eher 10 minuten, gefühlte 30. die zeit hier läuft anders. dann kommen mehrere männer hinzu, drapieren sich in minimalem abstand um den schalter, um ihre fahrkarten zu kaufen. mir bleibt nicht anderen übrig, als mich auch in die traube zu stellen, an diesem zeitlosen ort, an dem warten dennoch nicht sitzend möglich ist.

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… seit die letzten Infos hier auftauchten.

Es konnte und kann als gutes Zeichen gewertet werden. Wenn nicht hier, wo sonst soll ich sein, frage ich mich manchmal. Und finde keine Antwort. Wenn Stimmung und Zufriedenheit doch hin und wieder Schwung holen im Tal, frage ich mich, was ich vermisse, was mir fehlt. Es ist meine Muttersprache um mich herum und es sind bestimmte Menschen. Ersteres kann ich hier nicht haben. So verbirgt sich vor mir vieles, was nicht mir bestimmt ist und um das nicht zu wissen mir das Hier mehr meins sein lässt. Aber zweiteres an einem Ort zu haben ist überall nur Wunsch. Sonst ist Traum weitgehend Möglichkeit und Realität um mich in diesem Land, in dieser Stadt, für mich.

tbc.

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